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Ausgangssituation
Die Abwicklung öffentlicher Beschaffungsvorgänge stellt eine wissensintensive Aufgabe dar, da eine wirtschaftliche und rechtskonforme Auftragsvergabe sowohl technisches als auch rechtliches Know-how voraussetzt. Insbesondere bei kleinen und mittelgroßen Kommunen und Verwaltungen verursachen öffentliche Auftragsvergaben daher regelmäßig große personelle und finanzielle Belastungen, da Vergabestellen dieser Größe keine Spezialisten für alle anfallenden Bedarfe beschäftigen können. Die Folge sind Fehler im Vergabeprozess sowie hohe Einarbeitungszeiten oder eine kostenintensive Auslagerung des Beschaffungsvorgangs an Dritte, die zu hohen Verwaltungskosten bei der Vergabe öffentlicher Aufträge führen können. Seriöse Schätzungen gehen in diesem Zusammenhang davon aus, dass in der Bundesrepublik jährlich Aufwendungen in Höhe von bis zu 19 Mrd. Euro durch Prozesskosten und weiteren 36 Mrd. Euro durch fehlerhafte Vergaben verursacht werden, wodurch die volkswirtschaftliche Relevanz einer Modernisierung des öffentlichen Auftragswesens verdeutlicht wird.
Die Initiative „Wissensaustausch zwischen öffentlichen Auftraggebern“
Um insbesondere kleine und mittelgroße Verwaltungen bei der Abwicklung öffentlicher Auftragsvergaben zu unterstützen, haben der Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre und Industriebetriebslehre an der Universität Würzburg (Prof. Dr. Bogaschewsky) und der Lehrstuhl für Materialwirtschaft und Distribution an der Universität der Bundeswehr München (Prof. Dr. Eßig) die Initiative „Wissensaustausch zwischen öffentlichen Auftraggebern“ initiiert. Unterstützt wird die Initiative vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, das derzeit selbst umfangreiche Anstrengungen zur Modernisierung des öffentlichen Auftragswesens betreibt. Die Initiative zielt auf eine stärkere Vernetzung öffentlicher Auftraggeber ab, da durch einen Wissensaustausch im öffentlichen Auftragswesen Mehrfacharbeit vermieden, Fehler reduziert und Prozesskosten eingespart werden können.
Um die notwendigen Rahmenbedingungen für einen stärkeren Wissensaustausch im öffentlichen Auftragswesen zu schaffen, strebt die Initiative zunächst eine stärkere Sensibilisierung öffentlicher Auftraggeber für einen Wissensaustausch mit anderen öffentlichen Stellen an. Daneben soll eine geeignete Kommunikationsinfrastruktur geschaffen werden, da die Erfolgspotenziale eines Wissensaustauschs nur dann realisiert werden können, wenn der Austausch schnell und aufwandsarm erfolgen kann. Zentraler Ausgangspunkt der Initiative ist daher die Internet-Plattform www.beschaffernetzwerk.de, die öffentlichen Auftraggebern die Möglichkeit zu einem kostenlosen Erfahrungs- und Informationsaustausch bietet. Hieran anknüpfend sollen in Zukunft nachfrageorientiert weitere Informations- und Kommunikationskanäle entwickelt und zur Verfügung gestellt werden. |

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